Innovationen in der Berliner Verlags-Branche: Wie ein russisch-deutscher Verlag die Buchläden aufmischt
August 19, 2011
Wozu braucht es noch einen Verlag, der Berlin-Bücher publiziert? Nun, wenn dieser Verlag sich als Bereicherung des Angebots versteht, wenn er so bunt und individuell ist wie die Berliner, dann findet er seinen Platz. So wie der deutsch-russische Grebennikov-Verlag. Sein Geschäftsführer ist Alexander Grebennikov, und der bürgt für die Originalität und Qualität seiner Bücher sogar mit dem eigenen Namen. Unter seinem Dach vereint der Verleger heute Mitarbeiter aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Kanada, Litauen, Russland und der Ukraine. Vielleicht ist diese Mischung das Geheimnis des Grebennikov Verlags, das seine Berlin-Bücher so interessant macht. Verschiedene Branchen kommen hier zusammen, und diese Vielseitigkeit garantiert jene Weltoffenheit, für die der Verlag steht.
Seinen ersten Verlag gründete Alexander Grebennikov 1993 in Moskau, damals noch als „Verlagshaus Grebennikov”. Nach viel Glück, einigen Pleiten und vielen neuen Versuchen umfasst das Programm heute 22 regelmäßig erscheinende Magazine, 25 Bücher der Reihe „Grebennikov Business Career” und Berlin-Bücher mit besonderen thematischen Schwerpunkten. Denn nach einem Fotoshooting in Berlin begann 2007 die neue, aber auch schwierigste Etappe des Verlags: Die Herausgabe von Literatur und Souvenirs für Touristen, für neue Kunden in einem neuen Land. Geboren war der Grebennikov Verlag, insbesondere für das Berliner Publikum.
Oft enthalten die Bücher Liebeserklärungen an Berlin, in Bildern und packenden, meist bilingualen Texten. Mittlerweile umfasst das Berlin-Programm Bücher aus Kunst, Gastronomie, Fotografie, Mode und Sachbücher zur Stadt und zum Berliner „Lifestyle”. Stets ein markantes Merkmal: Die Cover. Auch wenn es dem Grebennikov Verlag dadurch nicht leichter gemacht wird, sich auf dem Berlin-Markt zu behaupten – aber die Aufmachung zieht an. Ebenso die Titel. „Berlin Catwalks”, „Von Ale bis Zwickel – das ABC des Bieres”, „Berlin…aber sexy” oder „Berlin beißt sich durch”. Alle Bücher leben durch ihren aufgeweckten Sprachstil und ihre Autoren.
Das Programm 2011
Das aktuelle Programm umfasst eine Reihe neuer Themen, wie „Berliner Erotik” und „Berlin für Fotografen oder Entdecker”. Berlinliebhaber Peter Eichhorn beispielsweise schrieb für das neue Programm 2011 und anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Kurfürstendamms das im Mai erscheinende Buch „Der Kurfürstendamm – Ein Bummel über Berlins legendären Boulevard”, inklusive Festprogramm, Adressen und den schönsten Geschichten und Anekdoten. Die kurzweilige Tour über den Ku’damm entführt die Leser in Vergangenheit und Gegenwart der berühmten Flaniermeile, wo Tradition und Moderne auch heute noch Hand in Hand gehen. Außerdem gibt es im neuen Programm eine besondere Sicht auf Berlin, nämlich vom Wasser aus. Corinna Weidner und Max Hiller zeigen in „Berlin – Wasserwelten” die Hauptstadt in ihrem Element, und zwar im wasserfesten Umschlag. Herausgeber Alexander Grebennikov selbst zeigt „Berlin in 20 Clicks” in Form eines Guides für Fotografen. 20 der bekanntesten Berliner Fotomotive, beschrieben und erklärt in 10 Sprachen! Feurige Erotik entfacht der Verlag in „Berlin…aber sexy” mit Blick auf die verruchte Seite Berlins. Ekaterina Rietz-Rakul und Steve Schepens geben einen aufschlussreichen historischen Exkurs und interessante Porträts von Akteuren und Organisatoren des erotischen Milieus der Hauptstadt.
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